Bekannter Veterinär

Initiator der modernen deutschen Veterinärverwaltung mit internationaler Beispielwirkung, Organisierung der staatlichen Tierseuchenvorbeugung u. -bekämpfung sowie Übertragung der Erfahrungen auf das Veterinärwesen der SBZ/DDR; zahlr. wiss. Ehrungen, u. a. Ehrenpromotionen durch die Tierärztl. HS Hannover (1925 u. 1953) und die HU Berlin (1951).

Biographie

Am 1. März 1876 in Müssen (Amt Laage in Lippe) als zweiter Sohn des Landwirts und Gutsbesitzers Friedrich Wilhelm Müssemeier (1840–1928) und dessen Ehefrau Karoline, geb. Watermann (1843–1923) geboren. Drei Jahre Besuch der Dorfschule, dann Gymnasium Leopoldinum in Detmold.

1893–97 Studium der Veterinärmedizin an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, Staatsexamen und Promotion

1897–1900 Tierärztliche Tätigkeiten in Braunschweig und Halle

1901–02 Einjährig-Freiwilliger beim Train-Bataillon Nr. 19

1902, April Examen als Kreistierarzt abgelegt in Berlin

1902, Oktober Oberassistent an der Veterinärklinik der Universität Leipzig

1903, Frühjahr Hilfsarbeiter am neugegründeten Hygienischen Institut der Tierärztlichen Hochschule zu Hannover

1905 Heirat mit Margarete Paasch (geb.25.9.1879 in Delitzsch)

1905–10 Kreistierarzt in Hoya/Weser

1906 Geburt der ersten Tochter Margret und 1907 Geburt der zweiten Tochter Ilse.

1910–14 Kreistierarzt in Hannover; Leitung des bakteriologischen Laboratoriums

1914 Regierungs- und Veterinärrat im Regierungsbezirk Potsdam; vom Militärdienst als „unentbehrlich“ zurückgestellt.

1916 Geburt der dritten Tochter Erica

1920 Ministerialbeamter: Ernennung zum Vortragenden Rat im Preußischen Landwirtschaftsministerium

1921 zugleich stellvertr., seit 1924 Vorsitzender des Preußischen Landesveterinäramtes

1924 Ministerialdirigent (Abteilungsleiter) im Landwirtschaftsministerium

1925 Ehrendoktor der Tierärztlichen Hochschule Hannover

1926 Ernennung zum Honorarprofessor für Veterinärpolizei

1927 ff. Mitdelegierter im Internationalen Tierseuchenamt

1935, 1. April aus politischen Gründen Entlassung aus der Preußischen Veterinärverwaltung

1935, 1.Juni Direktor der Veterinärabteilung im Reichsgesundheitsamt; ständiger Vertreter im Internationalen Tierseuchenamt

1941, 1. Januar im Reichsministerium des Innern Leiter der neugeschaffenen Unterabteilung zur Verhütung und Bekämpfung der Tierseuchen; Durchführung der Schlachttier- und Fleischbeschau, der tierärztlichen Lebensmittelüberwachung, der Tierkörperbeseitigung und der tierärztlichen Arzneimittelversorgung

Wohnhaus Friedrich Müssemeier

Wohnhaus Friedrich Müssemeiers im Föhrenhang, Foto: Volker Tanner

Nach 1945 Mitglied der CDU.

1946–57 ordentlicher Professor für Veterinärpolizei und Direktor des Instituts für Veterinärpolizei an der Humboldt-Universität zu Berlin

1952 Nationalpreis der DDR II. Klasse

1956 Auszeichnung als „Hervorragender Wissenschaftler des Volkes“

Am 13. April 1956 in Wilhelmshorst verstorben. Grabstein auf dem friedhof erhalten.