Zäune und Gartentore – einst und jetzt

Einladung zur Ausstellung in Fotos und Planzeichnungen
Wilhelmshorst (rp).
Das Erscheinungsbild eines Ortes wird maßgeblich durch die Nähe zur Natur, die Baudichte sowie durch die Architekturen der Häuser geprägt. Doch auch die Anlage von Vorgärten und insbesondere die Einfriedungen tragen wesentlich zur Attraktivität einer Siedlung bei.
In Wilhelmshorst wusste dies niemand besser zu beherzigen als der bekannte Berliner Architekt Professor Albert Gessner (1868-1953), der Wilhelmshorst- Süd – das Gebiet rund um den Irissee – seit 1911 „aus einem Guss“ plante und auch teilweise realisierte. Gessner war eben nicht nur Architekt für Stadtplanung und Hochbau, sondern auch ein Landschaftsgestalter und Gartenkünstler. Ihm ging es um eine einheitliche, ja ganzheitliche Gestaltung von privaten und öffentlichen Anlagen für den „künstlerisch empfindenden Menschen“ (Gessner 1912).
Entsprechend plante und realisierte er Gartenmauern, Zäune, Tore, Pergolen bis hin zu gartenkünstlerischen Gegenständen und Anlagen. Mit der Ausstellung soll in diesen Teilbereich des Gessner’schen Werkes anhand von überlieferten historischen Fotos und Planzeichnungen eingeführt werden. Darüber hinaus werden weitere, zeitgleiche Einfriedungen in Wilhelmshorst gezeigt, die aus einem Fundus historischer Bauzeichnungen stammen. Damit kann die Variationsbreite von Zäunen und Toren sowie der Geschmack im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts hinreichend dokumentiert werden. Welche Überreste davon heute noch zu sehen sind und wie „moderne“ Zäune und Tore das gegenwärtige Ortsbild bestimmen, lässt sich anhand ausgewählter Fotos studieren.
Eines darf jetzt schon verraten werden: Die Vielzahl der Möglichkeiten ist erstaunlich. Und: Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten – aber wir können ihn sensibilisieren und schärfen, allein schon durch das Vergleichen der Varianten, der früheren wie der heutigen. Insofern greift die Ausstellung nicht nur ein kulturhistorisches Thema auf, sondern sie leistet zugleich einen Beitrag zu Gestaltungsfragen des aktuellen Ortsbildes. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der eine oder andere Besucher mit neuen Anregungen ans eigene Werk geht.

Die Ausstellung wird am Sonnabend, 14. März, um 16.30 Uhr im Gemeindezentrum
Wilhelmshorst, Dr.-Albert-Schweitzer-Straße 9 – 11, eröffnet. Weitere Öffnungszeiten sind am Sonntag, 15. März, von 14-17.30 Uhr; Sonntag, 22. März, von 14-17.30 Uhr sowie Sonntag, 29. März, 14- 17.30 Uhr.

Quelle: Der Potsdamer, 11. März 2009

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