Köppen, Edlef

Schriftsteller und Rundfunkredakteur.

1893, 1. März geboren in Genthin als Sohn des Arztes Dr. Martin Paul Robert Köppen und Emma Henriette, geb. Hosmann, Tochter eines Großkaufmanns in Kiel
1903–07 Besuch des Progymnasiums in Genthin
1907–13 Humanistisches Victoria-Gymnasium in Potsdam; Beteiligung mit Hermann Kasack an einem literarischen Schülerkreis
1913 Beginn des Studiums der Germanistik in Kiel
1914 Fortsetzung des Studiums in München mit seinem Freund Kasack;
1914, August Meldung als Kriegsfreiwilliger
1915–16 Teilnahme an der Loretto- und Somme-Schlacht der Westfront; schwere Verwundung und Lungenquetschung, wiederholte Lazarettaufenthalte; Eisernes Kreuz 1. Klasse
1915 Publikation erster Gedichte in Franz Pfemferts Zeitschrift „Die Aktion“
1917 Einsatz an der Ostfront in Rußland
1918 Einsatz wieder an der Westfront in Frankreich; wegen Befehlsverweigerung Einweisung in eine psychiatrische Klinik in Mainz; 32 von 40 seiner Schulkameraden fielen im Krieg; Köppen wurde engagierter Pazifist
1919 Fortsetzung des Studiums in München
1920–22 Verlagsarbeit bei Gustav Kiepenheuer in Potsdam, darauf in Berlin 1921 Eheschließung mit Hedwig („Hete“) Witt
1923 Gründung eines kurzlebigen eigenen Verlags (Hadern Verlag)
1924 Geburt der Tochter Gabriele und Beginn der Rundfunkarbeit
1925–33 feste Anstellung bei der Funk-Stunde; seit 1929 führte er als Leiter der Literarischen Abteilung neue Programmformen ein („Improvisierte Erzählungen“)
1930 Veröffentlichung des Romans „Heeresbericht“, der ein Jahr später in englischer und amerikanischer Ausgabe erschien („Higher Command“); 2. Auflage 1932 im Leipziger Paul List-Verlag; diverse Neuausgaben nach 1945
1933 nach der NS-Machtübernahme: Verbot des Romans „Heeresbericht“ und Kündigung beim Rundfunk;
Bau des eigenen Hauses in Wilhelmshorst (Friedensplatz 5) und Umzug
dorthin; der Hausbau und politische Umbruch wurden literarisch im
Werk „Vier Mauern und ein Dach“ verarbeitet
1934 ff. Verfasser von Artikeln unter dem Pseudonym Joachim Felde; Pressechef der Aafa-Film AG in Berlin; dramaturgischer Mitarbeiter bzw. seit 1936 Chefdramaturg bei dem Tobias-Europa-Filmverleih AG in Berlin (u.a. Betreuung von Filmen mit Emil Jannings und Hans Albers)
1938 letzte Veröffentlichung Köppens in einer Festschrift für Artur Kutscher; Aufnahme des „Heeresberichts“ und weiterer Werke Köppens in die „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“; Beginn der schweren Erkrankung als Folge der Kriegsverletzung
1939 Einlieferung in das Lungensanatorium Seltersberg bei Gießen
1939, 21. Febr. verstorben im Sanatorium; Beisetzung in Wilhelmshorst
(Grabstein hier noch vorhanden)

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