Gebündelte Erinnerungen

Buch zum Wendeherbst 1989 in der Region Michendorf wird am 27. März erstmals vorgestellt

WILHELMSHORST – „Es sind gerade die vielen ’kleinen Geschichten vor Ort’, die erst die ’große Geschichte’ verständlich machen“, sagt Rainer Paetau. Er ist einer der Köpfe der „Freunde und Förderer der Wilhelmshorster Ortsgeschichte“ und der Herausgeber eines kleinen Büchleins, in dem die Ereignisse des Wendeherbstes von 1989 in der Region Wilhelmshorst und Michendorf lebendig werden. Das Buch bündelt 17 Erinnerungsberichte von Menschen aus Michendorf und Umgebung, die ihre ganz persönlichen Erlebnisse an die friedliche Revolution in der DDR erzählen.

Die Publikation mit dem Titel „Wir sind das Volk!“ geht auf eine gleichnamige Veranstaltung im Oktober 2009 im Wilhelmshorster Gemeindezentrum zurück. 20 Jahre nach dem Umbruch in der DDR und des Mauerfalls am 9. November 1989 hatten sich Zeitzeugen aus der Region ihre „kleinen Geschichten“ aus dieser Zeit erzählt. „Die Substanz dieser Erinnerungsberichte war so überzeugend, dass die Entscheidung für eine Publikation schnell reifte“, schreibt Paetau im Vorwort des Buches, das in der Reihe „Hefte zur Wilhelmshorster Ortsgeschichte“ jetzt erschienen ist.

Der Band hat 93 Seiten und wird am 27. März von 17 bis 19 Uhr im Wilhelmshorster Gemeindezentrum, Dr.-Albert-Schweitzer-Straße 9 – 11, erstmals vorgestellt. Diese erste öffentliche Präsentation übernimmt Uta Leichsenring. Sie ist die Leiterin der Außenstelle der Bundesbeauftragten zur Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen in Halle und wohnt in Wilhelmshorst.

In dem Band kommen unter anderem die Wilhelmshorster Schauspielerin Anja Kling, der Michendorfer Pfarrer Uwe Breithor und Lyriker Lutz Seiler zu Wort, der das Peter-Huchel-Haus in Wilhelmshorst leitet.

Der Abend, an dem das Buch vorgestellt wird, hat noch einen zweiten Teil, der sich mit einer etwas weiter zurückliegenden Geschichte befasst. Es geht um die städtebauliche Planung und Entwicklung von Wilhelmshorst. Vor genau 100 Jahren, 1910, wurde Wilhelmshorst-Süd gegründet. Eine Wilhelmshorster Grundstücksgesellschaft hatte den bekannten Berliner Architekten Albert Gessner beauftragt, der einen städtebaulich anspruchsvollen Plan vorlegte und selbst eine größere Anzahl Häuser im seinerzeit modernen Gartenstadt- und Landhausstil realisierte.

Rainer Paetau geht am 27. März in einem Lichtbildervortrag den Fragen nach, was daraus wurde, was noch erhalten ist und welche Bedeutung dieses denkmalgeschützte Ensemble für das heutige Ortsbild hat. „Der Vortrag richtet sich nicht nur an kultur- und baugeschichtlich Interessierte, sondern auch an kommunalpolitische Entscheidungsträger, mit denen im Anschluss an den Vortrag bei ’Wein und Brezen’ gesprochen werden kann“, heißt es in der Pressemitteilung des Vereins der „Freunde und Förderer der Wilhelmshorster Ortsgeschichte“.

jst Quelle: MAZ

Kommentare sind geschlossen.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox

Join other followers: