Ausstellung: Edlef Köppen, sein Roman „Heeresbericht“ und der Erste Weltkrieg

Eröffnung der Ausstellung am Sonnabend, 8. März 2014, 16 Uhr im Gemeindezentrum Wilhelmshorst

Edlef Köppen Ausstellung

Plakat zur Edlef-Köppen-Ausstellung

“… den Krieg für das größte aller Verbrechen hält …”

Vor 100 Jahren wurde der Erste Weltkrieg und vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg vom Zaun gebrochen. An der einen Katastrophe waren wir Deutsche maßgeblich beteiligt, für die andere tragen wir die Last des Hauptschuldigen. Das 20. Jahrhundert hat uns eine große historische Verantwortung hinterlassen. Den unzähligen Opfern schulden wir zumindest Erinnerung.

Doch wer war Opfer, „Mitläufer“ oder sogar Täter? In vielen Fällen ist das eindeutig, in manchen aber nicht, weil die Biografien ambivalent waren. Auch in der Wilhelmshorster Ortsgeschichte kennen wir einige solcher komplexen Werdegänge. Edlef Köppen (1893‑1939) ist ein weiterer exemplarischer Fall. Seine Bedeutung reicht weit über die Region hinaus.

Der junge Student Köppen eilte 1914 als Kriegsfreiwilliger im Glauben an eine nationale Pflicht zu den Waffen, wie so viele andere auch. Doch schon bald verzweifelte er am Ausmaß des mechanisierten Tötens und qualvollen Sterbens. Er verdrängte vieles, um an der Front zu überleben. Der mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnete und zum Leutnant beförderte Köppen war zum Kriegsende 1918 körperlich und nervlich am Ende.

Zeit seines Lebens litt Köppen an Depressionen und Traumata. Gleichwohl machte er als Schriftsteller und Lyriker, vor allem als Leiter der „Funk-Stunde“ des seinerzeit neuen Mediums Rundfunk in Berlin eine vielversprechende Karriere. Höhepunkt war die Veröffentlichung seines Romans „Heeresbericht“ 1930. Von namhaften Schriftsteller-Kollegen hoch gelobt, stand dieses Werk dennoch im Schatten des gerade zuvor veröffentlichten Romans „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque. Für Köppen begann erneut eine schwere Zeit, als die Nazis ihn 1933 beruflich kaltstellten und seinen Roman auf den Index setzten. Er zog sich in die „innere Emigration“ zurück: 1933 ließ Köppen ein Haus für seine Familie in Wilhelmshorst am Friedensplatz bauen, worüber er ein humorvolles Buch schrieb. An den Spätfolgen einer Kriegsverletzung verstarb er 1939 im Alter von 46 Jahren.

Der 75. Todestag Köppens ist ein guter Anlass, an eine weithin vergessene Persönlichkeit und an sein Werk mit einer Ausstellung zu erinnern.

Diese Schau ist auch am Sonntag, den 16. März von 14 bis 18 Uhr im Gemeindezentrum öffentlich zugänglich. Weitere Termine können nach Bedarf vereinbart werden.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Follow

Get every new post delivered to your Inbox

Join other followers: